Futurama

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Schöpfer: David X.Cohen, Matt Groening
Musik: Christopher Tyng
Erscheinungsjahr: 1999 bis 2013

Zusammenfassung: Der Lieferjunge Philipp J. Fry wird im Jahr 1999 versehentlich eingefroren und pünktlich zu Neujahr im Jahr 3000 wieder aufgetaut. Da sein Leben ohnehin nicht ganz nach seinen Vorstellungen verlief, freundet er sich schnell mit dem Leben im 31. Jahrhundert an. Und mit dem kleptomanischen, dauerhaft fluchenden und alkoholsüchtigen Roboter Bender, der das Paradebeispiel einer Nicht-Vorbildfunktion ist. Außerdem ist da noch die toughe und schöne Zyklopin Leela, die er bei der Jobzuweisung kennen lernt. Das ungleiche Trio landet bei Frys entferntem Neffen, dem bereits schwer senilen Professor Farnsworth und werden dort zur Crew von dessen Planet Express Raumschiff. Einem Lieferservice. 124 Episoden und vier TV-Filme lang kannst Du den oft absurden Abenteuern zwischen Zeitparadoxen, Weltraumbienen und außerirdischen Gottheiten folgen.

Kommentar: Ich gebe es zu: Futurama ist für mich besser als die Simpsons. Um Längen. Das mag an den erwachseneren und durchgeknallteren Charakteren liegen, den abgedrehten Plots oder einfach daran, dass die Serie besser klassische Science-Fiction Themen abarbeitet, als so manche augenscheinlich ernsthafte Serie. Auch der Ausblick, in eine nur wenig entfernte alternative Zukunft, in der zum Beispiel Al Gore und nicht George W. Bush Präsident der Vereinigten Staaten wurde, regt zum Lachen wie zum Nachdenken an. Hinzu kommen eine Vielzahl popkultureller Referenzen, von Auftritten der Beastie Boys bis zum Doctor.

Dennoch hatte Futurama es nicht leicht. Mir fällt keine Serie ein, die häufiger tot war und dann doch erfolgreich wiederbelebt wurde. Fox produzierte die ersten vier Staffeln der Serie von 1999 bis 2003, stellte sie jedoch ein, da die Quoten nicht den Vorstellungen entsprachen. Was auch an einem unvorhersehbaren Sendeplan lag, in dem es keinen festen Platz für Futurama gab und häufig Sportveranstaltungen weichen musste. Laut Matt Groening waren einige der Verantwortlichen bei Fox keine großen Fans der Serie. Von 2007 bis 2009 wurden dann vier Direct-to-Video Filme direkt von den Futurama Machern produziert. 2009 übernahm Comedy Central Futurama und gab bis 2013 vier neue Staffeln in Auftrag.

„Dann bau‘ ich mir halt meinen eigenen Vergnügungspark. Mit Black Jack und Nutten! Ach was, vergesst Blackjack!“


Bender in Futurama, Episode 1.02 „Sein erster Flug zum Mond“

Auch wenn Gerüchte über eine neue Staffel oder einen neuen Film nie ganz verstummen, ist es aktuell eher anzunehmen, dass die Serie nun endgültig zu Grabe getragen ist. Was einerseits schade ist, andererseits war sie zu ihrem Ende in Hochform und hat einen runden Abschluss hingelegt.

Eine meiner persönlichen Lieblingsfolgen ist Episode 4.07 „Gebell aus der Steinzeit“, deren Handlung später im Film Bender’s Big Score aufgegriffen wird. Frys Hund aus dem Jahr 1999 wird versteinert gefunden und der Professor bietet ihm an, den Hund zu klonen. Die Folge ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Futurama es schafft, Humor mit einem Hauch Drama und einer ethischen Fragestellung zu verknüpfen.

Fazit: Derber Humor, subtile bis Holzhammer-Kritik an Marken, Politik und der Gesellschaft und skurille Geschichten machen Futurama aus. Der Zuschauer wirft einen Blick in eine Gesellschaft voller technologischen Fortschritt, die aber von ihren Werten und der Moral eher noch einen Schritt zurückgetreten ist. Sehr häufig bleibt beim Ansehen das Lachen im Hals stecken, auch wenn der Spaß überwiegt.

Techtalk: 1/5
Alienlevel: 4/5
Kitschniveau: 1/5
Zukunftsnähe: 5/5
Denkdichte: 3/5